Archives Oktober 2019

Den Drachen reiten

Ihr fragt euch bestimmt, woher diese Überschrift stammt.

Bernadette aus The Big Bang Theory äußerte diesenSpruch, als sie sagte, dass sie es gewohnt sei, den weiblichen Hormonzyklus zu beherrschen, als Howard seiner Mutter ohne Handschuhe eine Östrogencreme aufträgt und in starke Stimmungsschwankungen verfällt.

Seitdem denke ich darüber nach, inwiefern ich den Drachen reite?

Ihr hattet doch bestimmt schon alle einmal eine Unterzuckerung, bei der ihr aggressiv reagiert habt.

Als ich meine ICT nutzte, hatte ich öfter Hypos und reagierte dann sehr aggressiv auf meine Umwelt. Das waren die Momente, in denen der Drache mich ritt.

Während der ICT hatte ich öfters Stimmungsschwankungen. Dabei habe ich gelernt, den Drachen zu reiten und meine Emotionen größtenteils nicht nach außen zu tragen.

Männer haben ebenfalls einen hormonellen Zyklus, der sicherlich nicht so stark ausgeprägt ist wie bei Frauen. Dazu kam bei mir noch der Diabetes-Drache😳

Seit Bernadettes Ausspruch frage ich mich, ob ich dies intuitiv gelernt habe. Insulin ist ein Hormon, das wir uns täglich 24 Stunden lang verabreichen.

Die Gabe des Insulins löst eine Kaskade an weiteren hormonellen Reaktionen im Körper aus, deren Auswirkungen ich manchmal stärker spüre und manchmal weniger wahrnehme. Geht euch das auch so? Wenn ja, wie habt ihr diese Frage für euch bisher beantwortet?

In Gesprächen mit anderen Diabetikern habe ich herausgefunden, dass wir teilweise sehr sensibel sind und manchmal etwas Mimosenhaftes haben. Andererseits sind wir keineswegs zartbesaitet, denn sonst hätten wir alle unsere (zahlreichen) Klinikaufenthalte nicht überstanden.

Irgendwie ist es ein Pendeln zwischen zwei sehr gegensätzlichen Seiten, das ich täglich spüre, seitdem ich Diabetes habe.

Seitdem ich loope, fällt mir auf, dass ich ausgeglichener bin und die Stimmungsschwankungen stark abgenommen haben. Manchmal fehlt es mir daher, den wilden Drachen zu reiten, denn der wilde Drache scheint zu verstummen – ist Loopen die Diabetes-Menopause?

Ich möchte gerne eure Erfahrungen dazu hören. Wie war das bei euch unter der ICT und jetzt, da ihr loopt?

Vergleich dreier Teflon-Katheter mit der Dana

Soft Release 0 – Inset II – Flex Link

Ich habe in den letzten Tagen mal die mir zur Verfügung stehenden Teflon-Katheter verglichen. Ich hatte drei Modelle in der engeren Auswahl, die die mir wichtigen Eigenschaften erfüllen:

  1. Direkt abkoppelbar – denn ich möchte keine Schlaufen kleben!
  2. Mit der Dana Insulinpumpe nutzbar – wenn auch in 2 Fällen nur mit Adapter-Aufsatz
  3. Leicht zu setzen und klein

Folgende Modelle habe ich verglichen:

  • Soft release O von Sooil
  • Soft release O in Kombination mit den Orbit Soft Kanülen
  • Akku-Check FlexLink (Adapter nötig!)
  • Inset II von Unomedical (Adapter nötig)

(Adapter für die Dana Pumpe auf Grund des unterschiedlichen Luer-Anschlusses; hier ist Vorsicht geboten, denn Adapter aus dem 3D-Drucker brechen leicht ab und sind nicht stabil genug!)

Katheter Kanüle Setzhilfe Schlauch Kanüle einzeln verfügbar Persönliche Bewertung
Inset II Teflon verfügbar, auch manuell setzbar Weiß, relativ fest Nein Super, wegen integrierter Setzhilfe!
Flex Link Teflon integriert Weiß, relativ fest Nein Favorit 2
Soft release O Teflon und Stahl Ypsomed , auch manuell setzbar Blau, recht weich nein, aber mit orbit micro kombinierbar Favorit 1

Alle Katheter sind für mich gut tragbar, einfach zu setzen und hielten, was die Klebekraft angeht, gut.

Einzelheiten zu Softrelease O:

Diese sind am einfachsten zu nutzen, da sie auf den Anschluss der Dana passen und dafür vorgesehen sind. Der Schlauch ist schön weich, so dass er nicht abknickt aber auch nicht störrig wirkt. Der Anschluss des Schlauchs an die Kanüle ist um 360 Grad drehbar, was mir gut gefällt, weil ich den Schlauch gerne aufgewickelt in der Pumpentasche verstaue, und so keine Knoten bekomme 😉.

Darüber hinaus kann mit in Kombination mit den Kanülen von Orbit micro schnell mal zwischen Stahl und Teflon-Kathetern wechseln, ohne den ganzen Schlauch wechseln zu müssen (wovon ich natürlich ausdrücklich abraten muss! Denn der Schlauch sollte immer auch mit dem Katheter gewechselt werden!) Man kann Infusionsset und Kanülen einzeln bestellen… was ist klasse finde, da ich nicht jedes Mal den Schlauch wechsele, wenn ich die Kanüle tausche.

Ein Pluspunkt ist hier außerdem, dass man zum Duschen keinen extra Verschluss auf die Kanüle setzen muss – einfach abkoppeln reicht.

Als Setzhilfe dient “mylife Orbit Inserter”, die super funktioniert – das manuelle Setzen ist eher unangenehm.

Einzelheiten zu Inset II:

Dieses Infusionsset überzeugt durch die integrierte Setzhilfe. Das Ganze ist auch super kompakt verpackt, so dass es auch wenig Platz wegnimmt.

Der Anschluss des Schlauches an die Kanüle ist einfach und schnell, meiner Meinung nach aber leider etwas scharfkantig…wobei das vielleicht etwas übertrieben ist…. rau passt hier besser. Der Schlauch wirkt hier auch etwas störriger als bei Soft Release O.

Einzelheiten zu Flex Link:

Dieses Set überzeugt durch seine „kleine Größe“ am Körper. Es ist klein, gut abgerundet und sitzt gut und fest, sehr unauffällig. Auch hier ist der Schlauch etwas störriger als bei Soft Release. Für dieses Infusionsset ist eine Setzhilfe von Vorteil, wobei das manuelle Setzen recht einfach geht.

First steps to loop

Hey! Super, dass du dich für das Loopen interessierst! Jetzt heißt es Mut fassen und Geduld aufbringen und das Projekt angehen! Lass dich nicht entmutigen – bei Fragen und Schwierigkeiten, wende dich an die Gruppen / Community und gehe zu den Loopertreffen in deiner Nähe! Diese findest du auch im Wiki (https://github.com/MilosKozak/AndroidAPS/wiki/Loopertreffen)!

  • Stelle sicher, dass du mit einer Insulinpumpe umgehen kannst und du mit der Pumpentherapie vertraut bist.
  • Es ist wichtig, dass alle Einstellungen deiner Therapie stimmen…. KH Faktoren, Basalrate und Sensitivität sollten korrekt eingestellt sein….das System arbeitet mit diesen Werten!
  •  Das LESEN der Anleitungen im Wiki ist oberste Pflicht! Hier steht alles Wichtige drin und wird Schritt für Schritt erklärt…da ständig aktualisiert wird, solltest du hier auch sehr regelmäßig nachschauen…

Dies ist ein DIY Projekt….das heißt: sei mutig und geh es an! Nimm es selbst in die Hand! DIY heißt aber nicht „mach es alleine“….wenn du Hilfe brauchst, dann wende dich an die verschiedenen Gruppen! Hier ist es wichtig, präzise zu fragen….benenne deine Systemvoraussetzungen, deine genutzten Versionen, und beschreibe was du schon alles versucht hast! Oft helfen Screenshots, um das Problem zu erkennen!

Hier findest du noch ein kleines Erklärvideo :  

https://luckyloop.koeln/aaps-erstellen-der-apk-und-updaten-ein-kleines-erklaervideo/

Hier die wichtigsten Links zu den Wikis (=Anleitungen):

https://loopkit.github.io/loopdocs/

https://androidaps.readthedocs.io/

Glossar – wichtige Begriffe

https://luckyloop.koeln/

Wenn du es geschafft hast, kannst du dich in die Liste der weltweiten Looper eintragen!

https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSchXWz3iDYZyGUQTc8zWfBSN00d2ao3tiSsyp4_x690ljrKCg/viewform?c=0&w=1&fbclid=IwAR05TGWfu3y06AydYoz6qXJC9WAoqXSBkAXmGFOUN8z8xMkM-hznZjoH3EY

Bitte hilf auch anderen! Es gibt immer etwas, was du beitragen kannst….sei es Übersetzungen, oder der Support selbst….neue Looper können oft besser helfen, als die alten Hasen, die die ersten Probleme schon wieder vergessen haben! Also trau dich, dich in der Community einzubringen!

Gedanken zum Thema “Urlaub mit DM und Loop im Gepäck”

Im Urlaub merkt man dann doch, dass man nicht ganz normal ist…..🤣

Während mich im Alltag der Loop den Diabetes fast vergessen lässt, merke ich dann doch im Urlaub, dass ich ständig darauf achten muss…noch zu Hause denke ich manchmal, 50% GdB ist schon grundsätzlich ok… doch geht es mir ja eigentlich richtig gut und ich fühle mich kaum eingeschränkt. Ich kann alles tun… Sport, Essen, Arbeiten ohne große Schwierigkeiten – was will man mehr?! Ist der GdB überhaupt gerechtfertigt? – vorab….dies ist nur eine rhetorische Frage! 😉

Im Urlaub, merke ich dann aber doch, welchen Aufwand ich betreibe, damit es so gut läuft, einfach aussieht und nicht einschränkt.

Ich bin also im Urlaub, mit Freunden unterwegs…da merke ich auf einmal, wie oft ich, wenn auch nur kurz – und Dank der Technik schnell und effektiv – eingreifen muss.

#Ein kleiner Spaziergang …. erfordert das Erhöhen des TT und ggf. das Denken der Basalrate auf gewisse Zeit.

#Essen im Restaurant bleibt manchmal ein Abenteuer…. SEA unbekannt, im Ausland weiß ich nicht immer, was da so kommt und ob da KH dabei sind etc pp.

#Mein Gepäck ist voller Ersatzteile wie Insulin, Katheter, Sensoren, Tape, Batterien…usw

#Ich benötige im ungünstigsten Moment Zeit, um Katheter zu wechseln oder einen neuen Sensor zu setzen und der Rest der Truppe muss die Geduld aufbringen und Verständnis dafür haben.

#Spontane Unternehmungen führen schnell mal zu einer kaum vermeidbaren Hypo mit all ihren blöden, nervigen Folgen (essen, obwohl überhaupt kein Appetit, BZ- Jojo als Folge etc pp….🙄🙄🙄

Hier fällt dann schon mal mein absoluter Lieblingssatz 🙄

“Was ist denn los? Sonst hast du doch “DAMIT” nicht so viel zu tun!?”

….Ja, denkste!

Die Liste der unplanbaren kleinen und großen Hindernisse lässt sich sicher noch fortsetzen und ergänzen…. Ich will nur sagen…. Ich vergesse manchmal, wie viel man mit DM zu tun hat – trotz Loop – im Urlaub fällt mir das mal wieder auf ….

Dann nehme ich doch einfach auch mal den reduzierten Eintrittspreis für Behinderte in Museen und Sehenswürdigkeiten ohne schlechtes Gewissen an und denke mir … steht mir auch mal zu!

Künstliche Pankreas von Inreda

Inreda Diabetic ist ein schnell wachsendes Unternehmen, das sich auf die Entwicklung einer künstlichen Bauchspeicheldrüse konzentriert, einem Medizinprodukt für uns.

Die künstliche Bauchspeicheldrüse von Inreda steuert vollständig die Glukoseregulation. Das System führt dem Körper sowohl Insulin als auch Glukagon zu.

Im Gegensatz zu den verschiedenen Loop-Software-Varianten verwendet das Inreda-System künstliche Intelligenz. Das heißt. dass das System mit der Zeit lernt, wie sich euer Glukosespiegel ändert, so dass eine Regulation durch euch im besten Fall nicht mehr nötig sein wird.

Ein Bewegungssender im Gerät registriert, wie stark ihr euch bewegt und reduziert die Insulinzufuhr. Durch Glukagongaben werden Hypos reduziert oder ganz verhindert.

Wie weit das System entwickelt ist, erfahrt ihr in der Broschüre und auf der Inreda-Seite. Es lohnt sich, auf dem Laufenden zu bleiben. Momentan laufen klinische Studien. Ihr könnt hier die Updates in der Entwicklung lesen.

Anbei findet ihr die Broschüre für weitere Infos.


General-Information-Brochure-Inreda-Diabetic-D01_Web


Hier könnt ihr die Broschüre herunterladen.


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