Kleine Op mit closed loop und AAPS

Da ich nun einen kleinen Eingriff, nämlich eine Knie-Arthroskopie, hatte, kann ich auch berichten, wie es während der Op mit dem closed loop so geklappt hat!

Ich hatte im Narkosegespräch einen Tag vorher schon ein kleines Papier mit Erklärungen zu meinem Loop abgegeben. Da aber immer andere die Vorgespräche führen, als am Ende bei der Op dabei sind, wurde dem nicht wirklich viel Beachtung geschenkt.😅

Am Morgen der Op wurde ich von einem sehr netten Team in Empfang genommen, die auch überhaupt kein Problem damit hatten, dass ich Pumpe und Handy mit in den Op genommen habe. Der Diabetes war hier wirklich nebensächlich – er wurde zur Kenntnis genommen.

Der Anästhesistin habe ich dann mein Handy in die Hand gedrückt und ihr erklärt, sie könne damit bitte auch meine Blutzuckerwerte im Auge behalten. Sie war sehr dankbar dafür! 😊

Da ich während der Op wach war und zusehen durfte (was mega interessant war!!!), konnte ich mich mit dem Operateur und der Anästhesistin unterhalten. Während ich mit dem Chirurgen über das Innenleben meines Knies gesprochen habe, habe ich mit der Anästhesistin über Diabetes und Loopen im weitesten Sinne gesprochen. Sie war ganz begeistert von der Technik und den Möglichkeiten.

Meinen Loop habe ich etwa 2 Stunden vor der Op etwas anders eingestellt als sonst…

  • Ich habe ein höheres temporäres Ziel gewählt (in meinem Fall TT 140)
  • Ich habe die Basalrate auf reduziert (hier auf 75%)
  • Ich habe SMBs weniger aggressiv eingestellt (Limit hier auf 60 min)

Diese Änderungen habe ich ca 2 Stunden vorher gestartet und bis etwa 30 min nach der Op laufen lassen. Das Ergebnis war sehr zufriedenstellend. Der Wert war die ganze Zeit recht konstant in einem sicheren Rahmen!

Profil während der Arthroskopie

Wirklich gut zu wissen, wie gut sich so etwas steuern lässt und vor allem, wie offen die Ärzte und Op-Teams für diese Technik sind! Vielen Dank dafür! 🥰

Hier das Info-Papier, was ich für den Arzt erstellt hatte zum downloaden!

URLi – ein neues Insulin kommt auf den Markt

Ultra Rapid Lispro oder Liumjev – so heißt das neue Insulin, welches auf den Markt kommen soll (Zeitpunkt noch nicht festgelegt, es wird mit Ende 2020/Anfang 2021 gerechnet). – Update: voraussichtlich September 2020

Um es kurz zusammenzufassen:

  • für die Pumpe und den Pen einsetzbar
  • es ist schneller als Fiasp
  • im Vergleich zu Faster Aspart, Lispro und Aspart einen schnelleren Wirkeintritt, und eine kürzere Wirkdauer nach hinten heraus
  • gutes Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil
  • wirkt über den Zusatz von Citrat und Treprostinil (findet Anwendung bei pulmonaler Hypertonie), welches eine gefäßerweiternde Wirkung hat

Detaillierte Infos findet ihr in dieser Präsentation, aber auch auf der loopercommunity.org!

URLi-ultra-rapid-lispro-kurz

Hier kannst du die Präsentation herunterladen!

Mama ist die Beste:-)

Manchmal sagt ein Bild mehr als 1.000 Worte…..

Coronabedingt muss Caroline wohl momentan mit ihrer Tochter basteln – scheint laut Foto nicht so gut zu klappen:-)

Was Caroline ihrer Tochter ermöglicht hat, ist das Loopen mit AAPS – und das ist wirklich das Beste, was Caroline für ihre Tochter tun konnte.

Ich habe Diabetes mit 10 Jahren bekommen und wäre mehr als froh gewesen, wenn es 1986 bereits so etwas wie das Loopen gegeben hätte.

Von meiner Seite aus – Chapeau an Caroline für ihr Engagement und an ihre Tochter, dass sie der Mama dafür dankbar ist:-)

Und was das Basteln angeht, kann ich Caroline vollkommen verstehen – Kleber und Schere sind für meine Hände irgendwie nicht bestimmt:-)

Hier sind zwei Erfahrungsberichte von Caroline zum Thema Loopen:

Close loop für meine Tochter (8) – ein ganz persönlicher Erfahrungsbericht

Es waren einmal…

UNITY ˈjuːnəti

Warum wähle ich diese Überschrift?
In der letzten Zeit gewinne ich den Eindruck, dass in vielen Foren, die es über das Loopen im deutschsprachigen Raum gibt, mittlerweile ein Vergleichskampf zwischen AndoidAPS und iOS Loop ausgetragen wird.

Ich denke, das rührt daher, dass es mittlerweile zu einer Ersatzreligion geworden ist, was für ein Smartphone-System man nutzt. Android gegen iOS….

Kurz zu meiner Entscheidung damals im Jahre 2008, als ich mir mein erstes Smartphone beschafft habe. Zunächst war Apple einer der ersten Vorreiter, der mit dem iPhone das erste massentaugliche Smartphone herausgebracht hatte.

Dazu kam, dass ich mir 2008 keine Gedanken darüber gemacht habe, was es bedeutet, wenn ich mich für ein Smartphone-System entscheide, weil ich nicht erahnen konnte, dass ich mich nicht nur für ein Smartphone entscheide, sondern dass ich mich für alle möglichen Dienstleistungen eines Anbieters entscheide
. Ich denke, die meisten von euch haben sich darüber ebenso wenig Gedanken gemacht wie ich.

Wer darüber nachdenkt umzusteigen sieht sich einer Vielzahl an Schwierigkeiten und Entscheidungen gegenübergestellt. Es ist lästig und umständlich, von einem iOS-System auf ein Android-System, oder umgekehrt, umzusteigen. Das ist von den Herstellern so gewollt, um uns an die jeweiligen Systeme zu binden.

Was ich schade finde, ist dass die Ersatzreligion nun ebenso beim Loopen Einzug gehalten hat, indem Vergleiche gezogen werden, wie effektiv AndroidAPS im Vergleich zu iOS Loop ist, welches System besser ist, was das eine System kann und das andere nicht.

Klar, es ist menschlich, Vergleiche anzustellen.
Wir sollten aber nicht vergessen, dass sowohl AndoidAPS als auch iOS Loop im Prinzip gleiche Systeme sind. Die Algorithmen, die das Loopen im Grundsatz ermöglichen, sind ähnlich. Beide Systeme legen andere Schwerpunkte – im Endeffekt verfolgen sie aber dasselbe Ziel:
uns allen das Leben mit Diabetes zu erleichtern!

Für mich ist wesentlich, dass ich keinen Unterschied zwischen Looperinnen und Loopern mache, die mit AndroidAPS oder mit iOS Loop loopen.

Wir sitzen alle in demselben Boot und erfahren tagtäglich die Erleichterungen , die uns sowohl AndoidAPS als auch iOS Loop bringen. Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass wir keine Fronten aufbauen, sondern gemeinsam das Ziel verfolgen, unser Diabetesmanagement zu verbessern – losgelöst davon, welche App wir nutzen.


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