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Der Optimismus des Denkens oder Glaubens und der Pessimismus des Verstands

Ups, was ist jetzt los? Diesen Artikel schreibe ich, um etwas Werbung für meine Seite alendjonko.de zu machen.

Zunächst möchte ich mich bei meinen Gedankentriggern hier aus der LuckyLoop-Gruppe bedanken, Caro und Pudi, Martina, Stefan, Ivica und viele, viele mehr. LuckyLoop hat den Optimismus meines Denkens aus dem Gefängnis des Pessimus des Verstands befreit. Caro und Dr. Riedel haben mich zum Loopen gebracht. Seitdem ist mir Vieles über meinen Diabetes, mein Leben und meine Ziele im Leben klar geworden.

Also, thanks a mill an euch alle:-)

Ich habe gelernt, dass unsere Gedanken einen enormen Einfluss haben, wie wir die Dinge sehen, wie wir leben und wozu wir in der Lage sind. Ich weiß, dass ich froh bin Diabeetiker zu sein, denn der Umgang mit meinem Diabetes hat mich geformt, meine Gedanken beeinflusst und meine Ziele im Leben gesteckt.

Seitdem ich loope und dem Motto #WeAreNotWaiting folge, fühle ich mich in vielerlei Hinsicht befreit. Als ich Diabetes bekam, war meine Kindheit vorbei, ich wurde viel zu früh erwachsen und habe entscheidende Entwicklungen meines Teenagerlebens nur in Gedanken gelebt, denn die Kontrolle meines Diabetes war das oberste Ziel im meinem Leben.

Natürlich ist das oft schief gegangen, den ich bin oft unbewusst aus dem Gefängnis, das ich mir selber geschaffen habe, ausgebrochen. Dieses Spiel habe ich lange mitgemacht und bin oft verzweifelt, so dass ich zu der Überzeugung gelangt bin, dass ich zu dumm sei, meinen Diabetes zu beherrschen. Das stimmt selbstverständlich nicht!!! Was jedoch in meinen Gedanken immer als großer Wunsch und Traum vorherrschte, war die Hoffnung, dass es für Diabetes eine Heilung geben wird. Davon bin sehr überzeugt und ich werde es erleben.

Der Pessimismus des Verstands hat mich immer daran zweifeln lassen, dass es zu meiner Lebenszeit eine Heilung geben wird. Doch seitdem ich loope, bin ich heilfroh, wieder zu träumen, wieder ein Stück meiner Kindheit zurückerobert zu haben. Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass Träumer die Welt verändern, und Realisten sie nur verwalten. Genau das spiegelt die Dialektik der Überschrift dieses Artikels wider.

Ich bin frei genug, um meine Träume zu teilen, denn diese ganzen Normen, die uns im Leben einschränken, sind von außen an uns herangetragene Grenzen, die wir natürlich annehmen, um in dieser Welt zu leben. Jedoch dürfen wir uns vom Optimismus nicht trennen. Wenn wir das zulassen, bleiben wir in den Normen gefangen, und wir bewegen uns letztendendes nicht weiter.

Ich bin Atheist, interessiere mich jedoch für Glauben und Religionen. Lasst uns nun einmal ein Gedankenexperiment starten. Die Diagnose Diabetes ist doch für alle im ersten Augenblick ein Schock, ein Trauma, das uns alle mit unseren Ängsten konfrontiert. Also, die Gedanken, die mit Diabetes verknüpft werden, sind durchweg negativ und angstbehaftet. Nun stellen wir uns eine Person vor, die an Christus glaubt. Der Tod Jesu wurde mit einer Lanze festgestellt, als er am Kreuz hing, und zwar ungefähr an der Stelle, an der sich die Bauchspeicheldrüse in unserem Körper befindet. Wäre es für diese Person nicht eine Erleichterung, Diabetes als göttliche Krankheit anzusehen, die diese Person mit Gott verbindet. Diese Person würde doch durchaus positive Gedanken mit Diabetes verbinden, optimistisch in die Zukunft blicken. Diese Gedanken schaffen Vertrauen und lehren die Person, keine Angst vor Diabetes zu haben.

So kann jeder, egal, woran man glaubt, Positives mit Diabetes verbinden, um einen selbstbestimmten Umgang mit Diabetes zu finden.

Und da komme ich wieder zur Überschrift. Im Ying und Yang, zwischen Optimismus und Pessimismus, müssen wir alle unseren Weg finden, um voranzuschreiten und nicht stehen zu bleiben. Unser Gehirn ist letzten Endes ein Quantencomputer, denn Gedanken sind Produkte quantenmechanischer Prozesse in unserem Gehirn. So verbinde ich Weisheiten mit Naturwissenschaften:-) I love it😁

Nun, ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Vorgeschmack liefern, was ich mit meiner Webseite vorhabe. Ich möchte solche Gedanken – nicht zum Thema Diabetes – diskutieren, eure Gedanken erfahren, damit wir gemeinsam anpacken, um Sachen voranzubringen. Caro liebt Challenges, und ich finde Challenges ebenfalls toll, weil sie uns motivieren, neue Dinge auszuprobieren und aus unseren Normativen auszubrechen.

Ich bin gespannt, was sich hieraus entwickelt. Mein Optimismus sagt mir, dass wir Vieles gemeinsam starten können, mein Pessimus sagt mir, dass es nichts wird. Am Ende habe ich nichts zu verlieren. Es gibt nur Gutes, Hauptsache man tut es.

Das muss weg!

Wie Caro in Ihrem Artikel schön beschreibt, feiert die Entdeckung von Insuln dieses Jahr ihren 100-jährigen Geburtstag. (Artikel lesen)

Als Caro, Dr. Frank Best und ich beim letzten Kölner Diabetestag im Mai 2018 in Köln einen Vortrag über das Loopen hielten, saß ein Zuhörer im Publikum, der forderte, das muss weg – bezogen auf Typ I Diabetes.

Ich glaube, der Zuhörer hat Recht. Seitdem lässt mich dieser Gedanke nicht mehr los. Im Grunde hat sich in den letzten Jahren an der Therapieform nicht viel geändert. Wir injizieren Insulin und versuchen damit, die natürliche Funktion der Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse zu imitieren.

Alle Weiterentwicklungen – bis hin zum Loopen, wofür ich total dankbar bin – basieren weiterhin auf diesem Prinzip. Nun stellt sich die Frage, warum dies so ist?

Meines Erachtens liegt das überwiegend daran, dass die Forschung größtenteils von der Pharmaindustrie betrieben wird, die natürlich ein Interesse daran hat Geld zu verdienen.

Allerdings leuchtet mir nicht ein, warum dasselbe Insulin in den USA 10-mal teurer ist als in der EU. Es gibt drei Big Player in der Insulinherstellung: NovoNordisk, Lilly und Sanofi. Für kleinere Insulinhersteller aus Asien ist es so gut wie unmöglich, ein weltbasierendes Vertriebsnetz für ihre Insuline aufzubauen, da die Anfangs-Kosten dafür immens hoch sind.

Des Weitern finde ich Bantings und Bests Idee toll, denn sie haben nach der Entdeckung des Insulins das Patent für 1 Dollar an den Staat verkauft, damit alle das lebenswichtige Hormon erhalten.

Dieser Gedanke muss nun auch in der Forschung Einzug halten. Es bedarf viel mehr staatlich finanzierter Forschung gerade bei der Suche nach Heilung von Krankheiten. Auf mittlere Sicht kommt uns daher allen eine finanzielle Entlastung im Gesundheitswesen zu tragen, wenn Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Multiple Sklerose und weitere geheilt werden.

Neben dem finanziellen Aspekt spielt für uns Patienten die psychische Belastung eine große Rolle, denn wer hofft nicht, dass die Krankheit, die man bekommt, nicht geheilt werden kann – ein Kernversprechen der Medizin, das uns allen das Leben erleichtert und lebenswert macht.

Nun zurück zum Diabetes und genug vom Sinnieren. Das Injizieren von Insulin und die Simulation der Bauchspeicheldrüsenfunktion funktioniert gut, ist aber nicht optimal. Vor allem macht es uns alle zu Insulinabhängigen. Ihr erlaubt mir diesen Vergleich, denn gerade in den USA und in ärmeren Teilen dieser Welt, ist es oft einfacher an Kokain als an Insulin zu gelangen.

Wir alle haben bereits verschiedenste Therapieformen mitgemacht. Seit der #WeAreNotWaitiung-Bewegung hat sich im Imitieren der Bauchspeicheldrüsen-Funktion allerdings sehr viel getan, da wir mit dem Loopen die Funktionsweise der Beta-Zellen sehr gut imitieren können. Unsere HbA1c-Werte, die TIR-, GVI-, und PGS-Werte sprechen alle dafür, dass uns die Algorithmen bisher sehr weit nach vorne gebracht haben.

Seit letztem Jahr bin ich per definitionem kein Diabetiker, bin es im realen Leben aber doch. Denn ohne Loop, ohne Pumpe, ohne Insulin und ohne Glukosesensor würde ich an einer Ketoazidose sterben. Ich suche nun seit einigen Wochen Artikel über Forschungsergebnisse, ob man T1D heilen kann. Bei der Suche bin ich auf interessante Artikel gestoßen.

Es gibt aus meiner Sicht drei Faktoren, die eine Heilung von T1D in greifbare Nähe rücken lassen:

  1. CrisprCas9 ist eine exakte Genschere, mit der man Gene in Zellen präzise austauschen kann. Hier ein Artikel der UCLA-Forscher, die es geschafft haben mit Crispr Cas9 Gene in Immunzellen auszutauschen: https://newsroom.ucla.edu/releases/scientists-edit-genes-of-innate-immune-cells
  2. Die HLA Gengruppe spielt eine entscheidende – wenn nicht sogar die entscheidende – Rolle, warum unser Immunsystem unsere Beta-Zellen zerstört. Deswegen waren sämtliche Versuche, von Bauchspeicheldrüsen-Transplantationen bis hin zur Züchtung von Beta-Zellen erfolglose, solange die HLA Gengruppe unser Immunsystem triggert, die Beta-Zellen zu zerstören: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3233362/ und https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3253030/
  3. Die Züchtung von Beta-Zellen gelingt bereits erfolgreich bei Mäusen und ist damit ein Garant, dass auch im menschlichen Körper Beta-Zelle neu geschaffen werden können: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11875114/

Was mich #WeAreNotWaiting gelehrt hat, dass wir als Patienten einen Paradigmen-Wechsel in der Entwicklung von Diabetes-Therapien herbeigeführt haben, und zwar, indem wir uns zusammengeschlossen haben. 

Von diesem Artikel erhoffe ich mir, dass wir uns nun wieder zusammenschließen, um die einzelnen Forschungsgruppen und -projekte zusammenzuführen, damit wir der Heilung von T1D und anderer Autoimmun-Erkrankungen schneller vorantreiben..

Wie kann das ablaufen? 

Die Recherche nach interessanten und validen Forschungsprojekten und eventuellen Studien ist mühsam. Wenn sich genügend T1D-Patienten zusammentun, um zu recherchieren, bin ich sicher, dass wir unser Wissen und unsere Datenlage hinsichtlich der Heilung von T1D bald verbessern.

Als nächsten Schritt sehe ich die Vernetzung der einzelnen Forschungsgruppen. Ich gehe da sehr naiv heran, indem ich mir vorstelle, die einzelnen Forscher und Forscherinnen anzuschreiben, um sie auf die Arbeit ihrer Kollegen und Kolleginnen hinzuweisen. Ich bin mir sicher, dass wir in einer Gruppe bessere Methoden erarbeiten können, um die Vernetzung voranzutreiben.

Und als ehrgeizigen, letzten Schritt müssen wir politischen Druck aufbauen, damit solche Forschungen staatlich finanziert werden. Das liegt im Interesse von uns allen, auch nicht Erkrankte profitieren davon;-)

Ich weiß, dass es hier in der Gruppe bereits eine gute Vernetzung gibt – bezogen auf die Entwicklung von Loop. Können wir dieses Netz ausbauen, um die Heilung von T1D und anderen Autoimmun-Erkrankungen schneller voranzutreiben?

Eine Wissensdatenbank mit relevanten Forschungs-Projekten aufzubauen, wäre aus meiner Sicht ein enormer Fortschritt. Ich erstelle gerade ein Wiki und suche Menschen, die mich mit validen Forschungspapers und Fakten versorgen:-)

Eines ist gewiss. Gemeinsam sind wir lauter und stärker.

Ich freue mich über Feedback, eure Zuschriften und Antworten: alen.djonko@gmx.net